Abenteuer: Homeoffice oder Büro?

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schokofisch.deEin spannendes Thema hat die Blogparade „Wie geht’s dir mit dem Alleinsein im Home-Office?„. Da mich das Thema Arbeitsplatz und -organisation sehr interessiert, gibt es heute ein paar Gedanken von mir dazu.

Homeoffice klang für mich früher immer nach Funktionsbüromöbeln, Nadelfilz und Tonergeruch. Eine neutrale Palme in der Ecke gehörte in meinem Kopf dazu, ebenso wie merkwürdig-spießige Flurdekoration.

Dieses Spukbild hatte keinerlei reale Hintergründe in meinem wahren Leben. Aber als ich selber dabei war, mich selbstständig zu machen und darüber nachdachte, wie mein zukünftiger Arbeitsplatz aussehen sollte, tauchten diese „Anti-Bilder“ auf.

Geht’s denn?

Kann und will ich im Homeoffice arbeiten? Das ist die entscheidende Frage am Anfang. Die Voraussetzungen für ein Homeoffice bei mir selber sind gut: Ein Zimmer samt Schreibtisch habe ich. Doch durch einen Zufall erhielt ich ein Angebot für einen Büroplatz in der Innenstadt. Ich griff zu und arbeitete fortan an zwei Orten, mal von zuhause aus und mal im Büro.

Für mich spielten folgende Kriterien eine Rolle, um einen Büroplatz zu nutzen und nicht nur das Homeoffice:

  • Standort Citynähe: Sinnvoll für Kundengespräche, Meetings oder andere Aktivitäten, da wir am Stadtrand wohnen.
  • Austausch: Je länger ich im Büro war, desto mehr lernte ich als Einzelunternehmerin den Wert der „Bürogesellschaft“ schätzen. Ob zum fachlichen Gespräch oder einer gemeinsamen Mittagspause, es ist meist jemand da!
  • Arbeitsatmosphäre: Bei Tätigkeiten, die Konzentration erfordern, arbeite ich im Büro wesentlich vertiefter. Zuhause macht man doch mal nebenbei die Waschmaschine an, der Postbote klingelt oder die Katze lässt sich auf der Tastatur nieder. Mit all diesen Dingen habe ich keine Probleme, aber im Büro lenke ich mich nicht so schnell ab.

schokofisch.deAbwechslung ist gefragt

Ich nutze inzwischen einen flexiblen halben Büroplatz. Das heißt, dass ich meine Arbeitstage abstimmen kann und je nach Bedarf im Büro bin, wenn es frei ist. (Da ich den Büroplatz mit meinem Mann teile, sind die Abstimmungswege auch kurz – optimal also!)

Die Tage dazwischen im Homeoffice mag ich als Ausgleich trotzdem sehr. Denn auch Handwerkertermine oder die Wäsche müssen gemacht werden, und an so einem Tag sitze ich nicht nur herum und warte, sondern arbeite trotzdem. Gerade im Sommer fand ich es sehr angenehm, nicht in die heiße Innenstadt fahren zu müssen, sondern flexibel im Garten zu arbeiten. Vorteile einer freiberuflichen Arbeit eben!

schokofisch.deDas Arbeiten an verschiedenen Orten beflügelt außerdem die Kreativität. Im Büro denke ich anders als zuhause, lasse mich auf andere Weise inspirieren. Schaue auf einen anderen Monitor, der Blick nach draußen, die Kollegen, die Geräusche – all das trägt ja dazu bei, wie wir arbeiten. Viele Freiberufler schätzen außerdem die Arbeit in einem Café, Park oder auf Reisen. Für mich wäre das nicht unbedingt etwas, höchstens zum Notizen machen und Schreiben.

Als eher introvertierter Mensch bin ich außerdem phasenweise gerne allein. Mein Kopf und Denken klärt sich, ich verarbeite Erlebtes und reflektiere über alles mögliche – Berufliches ebenso wie Privates. Tage im Homeoffice sind daher auch Tage, um der Hektik der City einmal wieder zu entfliehen und den Blick schweifen zu lassen – um am nächsten Tag aber auch wieder voller Freude in die Stadt zu fahren. Die Mischung macht’s also, und bei mir stimmt sie.

Ideallösung?

Nein, es gibt sie nicht pauschal – jeder muss wohl selbst entscheiden, ob Coworkingspace, fester eigener Büroplatz oder eben doch der Arbeitsplatz zuhause das Richtige ist. Aber: Falls Sie momentan mit Ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind, sollten Ihre Wahl durchaus hinterfragen. Für Selbstständige besteht ja meist eine Alternative. Testen Sie’s!

Für mich erweist sich jedenfalls die Mischung Homeoffice und Büroplatz als ideal!

Ich bin gespannt – was sind Ihre Erfahrungen? Wie und wo arbeiten Sie am liebsten?

 

 

 

 

 

Vielen Dank fürs Weiterempfehlen:

5 Kommentare

  1. Liebe Inga !
    Dein Artikel hat mir sehr gut gefallen und mich inspiriert, auch etwas dazu zu sagen, na, zu schreiben. Jaaa, ich liebe mein homeoffice sehr, den Mix , wie Du schreibst, zwischen Küche und privatem Haushalt und meinem Büro und unserem Workshop- und Coaching-Raum – alles citynah in Eppendorf, alles innerhalb eine 100qm-Meter-Altbau-Wohnung.
    Selbständig sein und arbeiten sind für mich der Inbegriff von Freiheit im Berufsleben, was natürlich Selbstmanagement,Selbst-Verantwortung und Disziplin und auch einige gute Routinen verlangt, damit man nicht zu verträumt oder gar „schlampig“ wird. Aber der Mix in meinem Beruf als Coach und Trainerin, der Einzelgepräche, Gruppenarbeit in- und outhouse, Seminararbeit mit Universitätsstudenten, Anwalts-Workshops und auch ganz viel „einsame“ Schreib- und Konzeptionsarbeit am Schreibtisch im homeoffice verlangt macht micht glücklich und zufrieden. Das homeoffice erspart hunderte Stunden Fahrerei zu einem fernen Arbeitsplatz, gibt mir Gelassenheit und Abwechslung und eine Alleinherrschaft wie einem griechischen Tyrannen – nur dass ich keine Diener habe, die mir gehorchen müssen , hier in Hamburg nicht einmal eine Katze, die sich auf mein Laptop flätzt – darum beneide ich Dich ein bisschen. Also aus meiner Sicht ein absolutes „Prost“ auf das homeoffice!

    • Inga von Thomsen

      Liebe Friederike,

      danke für deinen ausführlichen Beitrag und deine Ergänzungen!

      Und dass mein Homeoffice mich quasi zu einer „griechischen Tyrannin“ mit bediensteten Katzen macht, ist wirklich ein spannender Aspekt! 😉

      Ein herzliches Prost zurück und liebe Grüße
      Inga

  2. Hallo Inga,
    ich liebe mein Homeoffice. Dein Mix wäre für mich nur eine Notlösung, wenn es organisatorisch gar nicht anders geht. Die lästige Fahrerei von A nach B brauche ich wirklich nicht. Außerdem habe ich gerne meine Ruhe beim Arbeiten. Schreiben ist meist eine einsame Tätigkeit. Kontakte kann ich vorher und nachher genug haben, dann stören sie auch nicht.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  3. Pingback: Homeoffice - Fluch oder Segen? - Reisen-Fotografie.de

  4. Also ich finde es gut, das ich bei mir im Homeoffice nebenher mal die Waschmaschine laufen lassen kann oder ähnliches. Sind wir mal ehrlich, man kann ja keine 8h volle pulle durcharbeiten. Im Büro hält man da mal ein schwätzen in der Kaffeeküche, daheim macht man so mal was 5 min lang um den Kopf wieder klar zu bekommen. Ich finde es so super und die Katze muss man einfach drauf trainieren den Schoß zu wärmen 🙂

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