Neu: Twitter-Algorithmus

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Die Nachricht des heutigen Morgens: Twitter will einen Algorithmus einführen. Ein Werkzeug also, um Tweets in der Timeline des Benutzers zu „sortieren“. Macht Twitter damit dieselben Fehler wie Facebook, oder ist es die einzige Möglichkeit, um die Nachrichtenmenge zu regulieren?

Was demjenigen, der Twitter weniger nutzt, angesichts der Meldung ein „Aha?!“ entlockt, lässt all diejenigen Nutzer aufstöhnen, die sich in der Vergangenheit bereits über denselben Schritt und dessen Folgen bei Facebook geärgert haben (und es immer noch tun!). Um noch einmal zu sortieren:

Bisher folgt man auf Twitter verschiedenen Benutzern. Twitter zeigt deren Statusmeldungen chronologisch in der Timeline an. Immer eine nach der anderen. Folgt man wenigen, erhält man wenig Tweets. Folgt man vielen, laufen die neuen Infos im Zweifelsfall so schnell herein, dass man als User keine Chance hat, sie zu lesen, so rasch geht es. So war es bei Facebook, so ist es inzwischen auch bei Twitter. 

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Und genau hier liegt das „Problem“: Zu viele Menschen nutzen die sozialen Netzwerke inzwischen. Was eigentlich ein Erfolg sein sollte, wird zum Übel.

Um zu sortieren und zu strukturieren, wendet Facebook einen Algorithmus an. Der berechnet mithilfe der hinterlegten Profilinformationen sowie nach Auswertung von Gefällt-mir-Klicks und Likes, was dem Nutzer im Facebook-Stream überhaupt angezeigt wird. Und das ist, mal mehr, mal weniger passend, nur ein Bruchteil dessen, was eigentlich möglich wäre.

Facebook platziert, den Algorithmus (aus-)nutzend, Werbung und „gesponserte“ Artikel zwischen den gefilterten Meldungen. Sprich: Wer möchte, dass seine Meldungen mehr Leser erreichen, muss „Anzeigen“ schalten oder einen Artikel finanziell pushen, damit diese in der Timeline anderer auftauchen.

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Twitter so: „Algorithmus!“ – Und keiner so: „Yeah!“

Bei Twitter droht nun Ähnliches. Allein die Ankündigung dessen löste in den sozialen Medien bereits ein Aufstöhnen aus. Wieder eine Umstellung, und alle sind genervt? Jein. Viel mehr steckt dahinter. Natürlich spielt auch ein „Daran habe ich mich gewöhnt und das ist jetzt gut so“ eine Rolle.

Doch für viele Nutzer schneidet sich Twitter mit seinem Plan ins eigene Fleisch. Denn viele Facebook-Fans waren nach der Umstellung dort genervt und nutzen seitdem Twitter verstärkt. Hier konnte man Meldungen noch live erleben, unzensiert und ohne Einschränkung. Und genau das scheint demnächst vorbei zu sein.

Welche Auswirkungen die Ankündigung von Twitter genau haben wird, ob wir vermehrt Werbung lesen müssen, was es mit „empfohlenen Tweets“ auf sich hat – wir werden es erleben.

Die Glaubwürdigkeit aber wird abnehmen. Vielleicht möchte ich einen Tweet nur mit dem Inhalt „Hallo“ an jemanden senden, der gerade die selbe Konferenz besucht wie ich. Natürlich findet Twitter das nicht relevant. Und filtert?! Gerade für Veranstaltungen wären die Folgen schrecklich.

Vielleicht führt das Netzwerk Funktionen ein, die es möglich macht, bestimmte Tweets aller User oder zu einem bestimmten Hashtag zu lesen (ähnlich wie bei Facebook die Listen). Vielleicht werden wir uns daran gewöhnen. Vielleicht werden Nutzer abspringen.

Wohl gemerkt: Wir zahlen keine Beiträge zu sozialen Netzwerken, daher bestimmen diese auch, wie und in welchem Umfang Funktionen zur Verfügung gestellt werden. Daher müssen wir diese Umstände akzeptieren oder gehen.

Aber wenn wir Twitter nutzen, werden wir alle versuchen, das beste daraus zu machen, damit es ein Netzwerk bleibt, wie es gedacht war: sozial.

 

 

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Inga
Social Media Managerin, evangelische Theologin, Bloggerin. Ziemlich oft online. Fotografiert, zeichnet und denkt sich immer wieder etwas Neues aus.