Selbstständig und eigensinnig

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Rückblicke und Artikel zu den wichtigsten Einsichten des letzten Jahres kann man gerade viele lesen. Doch welche Bedeutung haben sie für mich persönlich? Meine eigene, eigensinnige Betrachtung dazu:

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Zum Jahreswechsel las ich auf vielen (auch Corporate-)Blogs Rückblicke auf das vergangene Jahr: Was ist geschehen, welche Konferenzen wurden besucht, welche wichtigen Aufträge gab es? Sinnvoll oder nicht – Klappern gehört schließlich zum Geschäft! Auch ich freue mich, wenn mein Wunschkunde mir einen Auftrag erteilt oder ein besonderes Projekt fertig wurde.

Ein weiterer Trend scheint dieser Tage zu sein, Listen von „Erkenntnissen“ zu schreiben: „Meine fünf wichtigsten Einsichten des letzten (oder der letzten) Jahre als Selbstständige/r“ oder so ähnlich heißen solche Artikel dann. Ich gebe zu: Eigentlich lese ich solche Blogartikel ganz gerne. Vor ein paar Tagen schrieb z.B. Maren Martschenko von zehnbar sehr weise Worte dererlei Art.

 

Aber sind meine ganz persönlichen Erkenntnisse allgemein gültig?

Meine klare Antwort: Nein. Ich als Inga mit meinem Unternehmen schokofisch greife auf meine persönlichen Lebens- und Berufserfahrungen zurück. Sowohl in der Kundengewinnung, also als Dienstleister, als auch bei der Suche nach Angeboten (als Kunde) spielt die Persönlichkeit eine große Rolle.

„Stimmt die Wellenlänge?“ – Diese Frage entscheidet auch darüber, ob ich einen Auftrag annehme oder vergebe.

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Viele Wege

„Ich bin eine Agentur bin ich nicht.“

Mal ein provozierend überspitzter (fiktiver!) Lebensweg: Ausbildung und Studium, dual und in Rekordzeit, Praktika in vier verschiedenen renommierten Unternehmen weltweit, viel Arbeitserfahrung, fließend in diversen Fremdsprachen und schon mit 22 Jahren fertig, um daraufhin das eigene Unternehmen zu gründen?

Kann man machen. Straight, zielorientiert, karriererbewusst.  Und ich glaube auch durchaus, dass Leute, die diesen beruflichen Weg wählen, glücklich werden können, wenn sie sich dabei wohl fühlen.

Mein persönlicher Weg sah und sieht anders aus: Nach dem Abi und einer Ausbildung im Buchhandel hatte ich das Gefühl: „Das kann doch noch nicht alles gewesen sein.“ Ging nach Schweden und arbeitete dort für einige Monate. Begann, zurück in Deutschland, mein Studium – und ließ mir dazu auch bewusst Zeit. Theologie erfordert nun mal auch diverse alte Sprachen und viel Lernerei.

Trotzdem  entschied ich mich nach Abschluss des Studiums schließlich doch gegen die Arbeit als Pastorin. Auch auf verschiedenen Positionen im Buchhandel und Verlagen merkte ich letztlich: Das ist nicht meins – ich wollte selber unternehmerische Entscheidungen treffen.

So wurde vor zwei Jahren schokofisch wurde geboren. Bis dahin schillerte mein Weg in bunten Farben, war nicht immer „logisch“. Aber es war mein Weg – und Weiterbildungen, Weiterentwicklung und eine Menge Lebenserfahrung trugen dazu bei, da zu stehen, wo ich heute bin.

Wie geht's weiter? | schokofisch.de

Welche Richtung?

schokofisch – eine Agentur? Ja. Ich biete Leistungen an, die dem Portfolio einer Agentur in bestimmter Weise entsprechen. Sie brauchen einen neuen Webauftritt oder jemanden, der Ihren Facebook-Kanal betreut? Hier bin ich!

schokofisch – eine Agentur? Nein. Ich pitche nicht um große Marken, habe nichts mit Werbeetats zu tun oder mit ausgeklügelten Marketingstrategien. Klicks und Zahlen spielen eine untergeordnete Rolle. Meine Kunden sind eher „klein“: Selbstständig, freiberuflich, im sozialen Bereich oder Gesundheitssektor angesiedelt.

 

Vielleicht ist mein Weg, mein „Agentur-sein“, idealistisch und kuschelig

Aber: Ich fühle mich wohl damit. Ich habe nette und tolle Kunden. Mit ihnen auf der gleichen Wellenlänge zu sein, erspart mir Stress oder das verzweifelte Bemühen, mich anpassen oder verstellen zu müssen.

Natürlich muss auch ich am Monatsende mein Brot bezahlen können. Auch mir sind meine Preise nicht egal. Aber ich möchte mich nicht anpassen an ein „Hach, sind wir alle busy“-Getue, das Burn-out als das höchste Ziel verfolgt.

Im Gegenteil: Ich möchte als Freiberuflerin meine Zeit selber einteilen. Das heißt, den Montag mit Sport statt mit Stress zu beginnen. Zeit zu haben, um über mich zu reflektieren (wie in diesem Moment, wo dieser Artikel entsteht!) und mein Leben in Balance zu halten. Kleine Dinge sehen, Momente zu genießen und dadurch Kraft zu tanken. Ich lebe und arbeite authentisch.

 

Ich weiß: Das ist mein Weg!

Aber nicht unbedingt der anderer Menschen.  Andere brauchen „echten“ Agenturstress und Deadlines, um produktiv zu sein. Für mich heißt das auch: Andere in ihrem Weg zu beobachten. Jahresrückblicke voller Produktivität zu lesen und gute Tipps zu Learnings des letzten Jahres, die nicht meine sind – aber mich doch zum Nachdenken in verschiedene Richtungen anregt.

Denn wir alle gehen unseren persönlichen Weg – „und das ist gut so!“. 🙂

Herzliche Grüße
Inga von Thomsen

 

 

Vielen Dank fürs Weiterempfehlen:

1 Kommentare

  1. Liebe Inga,

    erst jetzt stolpere ich über Deinen wunderbaren Artikel! Ich halte es wie Du: Andere beobachten und dann den eigenen Weg gehen.

    Viele Grüße
    Maren

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