Wie werde ich Social Media Manager?

Social Media MarketingAm Tag meiner Prüfung zur Social Media Managerin nutzte ich nach dem anstrebenden Prüfungstag die U-Bahn zurück, als in dem Werbefernseher der Berliner U-Bahn eingeblendet wurde: „Social Media Manager immer mehr gefragt“.

Das passte natürlich sehr gut und bestätigte mich als frisch gebackene ebensolche, genau das Richtige gemacht zu haben.

Social Media Manager werden gebraucht!

Tatsächlich gibt es in Firmen einen großen Bedarf: zwar beschäftigen erst rund 16% der deutschen Unternehmen einen oder mehrere Zuständige speziell für die sozialen Medien. 2011 waren es noch 10%, die Zahl nimmt also beständig zu. Außerdem planen 7% der vom Hightech-Verbands BITKOM Befragten die Schaffung entsprechender Stellen.

Wer sich für eine Aus- oder Weiterbildung interessiert, merkt schnell: Möglichkeiten gibt es viele. Von der Volkshochschule bis zum teuren Studium an einer Privatuni sind alle Facetten vertreten. Was ist sinnvoll?

Anbindung von Social Media im Unternehmen

Die meisten derjenigen, mit Social Media arbeiten, sind in ihren Unternehmen im Bereich der PR und Unternehmenskommunikation angesiedelt. Auch das Marketing ist eine Möglichkeit – und längst nicht alle nennen sich „Social Media Manager“. Online Redakteure oder Community Manager, Presseassistenten oder PR Fachleute – sie alle haben mit Social Media mehr oder weniger zu tun.

Hinzu kommt, dass auch Berufsbezeichnungen in diesen Branchen heute nicht mehr einheitlich sind. Das weiß, wer sich nach einer neuen Stelle umschaut und nach Anzeigen schaut. Aber auch der Berater beim Arbeitsamt kann mit vielen Kategorien nur unscharf abdecken, was „Social-Media-Menschen“ genau machen. Das wiederum hängt auch davon ab, in welchem Bereich gearbeitet wird und wie groß das Unternehmen ist. Vom Social Media Board, also der Konferenz aller im (großen) Unternehmen mit Social Media agierenden Menschen bis hin zum Ein-Mann-Einsatz ist alles vertreten.

Wie weiterbilden?

Keine leichte Aufgabe also, sich durch den Dschungel der Angebote zu kämpfen. Wer im Beruf steht und sich weiter bilden will, erhält oft von der Firma die Möglichkeit zur Fortbildung. Der Vorteil: der Arbeitgeber zahlt, und im besten Fall dient die neue Kenntnis einem nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Sinnvollerweise wählt man in so einem Fall eine berufsbegleitende Variante der Ausbildung. Aber auch ein Fern- oder Abendstudium stellen Alternativen dar. Beliebt sind beispielsweise Kurse der IHKs vor Ort. Der Vorteil: die Dozenten stehen selber im Berufsleben, kennen sich regional gut aus und haben sehr starke Anknüpfung an den vermittelten Inhalt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Kurse der sehr aktiven Business Akademie Ruhr in Dortmund.

Für Jüngere existiert die Möglichkeit einer Fortbildung im Rahmen des Studiums oder Volontariats. Spezielle Einheiten oder Semester zu den sozialen Medien lassen Digital Natives für viele Arbeitgeber interessant werden: sie müssen sich vieles gar nicht extra aneignen, sondern wachsen schlicht mit den immer noch als „neu“ bezeichneten digitalen Medien auf und sind in kürzester Zeit fit für den beruflichen Einsatz.

Auch als arbeitsloser Mensch kann man sich selbstverständlich qualifizieren. Mit dem Bildungsgutschein hat man Zugriff auf zahlreiche Weiterbildungskurse und -anbieter. Hier sollte man allerdings auf die Art und Weise und Qualifizierung achten. Viele Kurse finden per Telelearning statt – was im Idealfall trotzdem inhaltlich und qualitativ wertig ist.

Durch externe Prüfungen zusätzlich qualifizieren

Persönlich bin ich auf letztgenanntem Weg unterwegs gewesen. Meine Ausbildung beim Comcave College war solide und durch die parallele Tätigkeit der Dozenten bei der IHK auch solide. Trotzdem entschloss ich mich, eine externe Zusatzprüfung abzulegen: die Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) in Berlin bietet solche externen Prüfungen für diejenigen an, die einen entsprechenden Kurs absolviert haben.

Voraussetzungen sind außerdem ein Hochschulabschluss und Berufserfahrung im Kommunikationsbereich. Die PZOK selber wird von drei großen Kommuni­kationsverbänden Deutschlands getragen: Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP)Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) und Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA). Sie arbeitet außerdem mit dem Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation & Social Media (BVCM) zusammen. Die Prüfungen beinhalten Input und Feedback der verschiedenen Verbände sowie ihrer Mitglieder, auch die Prüfer selber sind Aktive der unterschiedlichen Branchen.

Mir war an dieser Prüfung wichtig, einen in der Branche anerkannten Abschluss zu erlangen. Der zuvor besuchte Comcave-Kurs hat mich darauf zusammen mit der von der PZOK empfohlenen Lektüre bestens vorbereitet. Den Spaß an den sozialen Netzen und das „angstfreie“ Herangehen und Arbeiten mit den unterschiedlichen Tools und Netzwerken sollte allerdings jeder mitbringen. Keine Angst zu haben, „always on“ zu sein oder auch am Wochenende sicher zu stellen, was gerade diskutiert wird, sind Grundvoraussetzungen für die Arbeit als Social Media Manager. Und dann macht es richtig Spaß!

Was sind eure Erfahrungen mit der Ausbildung zum/zur Social Media Manager/in? Habt ihr noch Ergänzungen?

 

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Inga
Social Media Managerin, evangelische Theologin, Bloggerin. Ziemlich oft online. Fotografiert, zeichnet und denkt sich immer wieder etwas Neues aus.

5 Kommentare

  1. Liebe Fr. v. Thomsen,

    ich sehe einige Details Ihrer Ausführung anders. Das mag aber auch daran liegen, dass ich für mich einen anderen Ausbildungsweg gewählt habe – und auch das nicht grundlos.

    Zunächst einmal gebe ich Ihrer Einleitung Recht, dass es a) eine große Nachfrage in dem Bereich gibt und b) (zu) viele Anbieter, die Social Media lehren, auf dem Markt sind.

    Aus meiner Sicht war es für mich gut schon in der Ausbildung einen Schwerpunkt zu setzen, der mich auf meine spätere Aufgabe gut vorbereitet hat: Der Sprung von der Theorie in die Praxis war somit einfach und ich kann – aufgrund dieser guten Erfahrung – nur Anderen Mut dazu machen, diesen Weg zu gehen.

    Das meint im Umkehrschluss nicht, dass alle anderen Ausbildungen falsch sind, nur sehe ich oft die Arbeit von Kollegen, die andere Wege gingen, wo man deutlich sagen muss, dass es an vielen Ecken und Enden bes. dort, wo es um Fachwissen geht, hapert.

    Deshalb finde ich Ihren Ansatz der steten Weiterbildung treffend und vorzüglich beschrieben – jedoch auch hier für mich die Frage zurück: Wenn die Branche aktuell über Ausbildungen diskutiert bzw. die Qualität dieser, weil es keine Normierung gibt, wieso heben Sie dann das Angebot der PZOK hervor?

    Aus meiner Sicht gibt es viele gute Gründe für diesen oder jenen Anbieter. Im Endergebnis sollte sich jeder eine Frage selbst stellen: Was möchte ich in der täglichen Arbeit machen? Bin ich eher der Communitymanager oder bin ich eher der Stratege – je nachdem, wie die Antwort ausfällt, ist klar: Manchmal braucht es eben ein Studium, um zB betriebswirtschaftliche Hintergründe besser verstehen zu können bzw. überhaupt eine Idee zu haben, wie man Prozesse in Unternehmen auf die Tauglichkeit von Social Media hin analysieren und untersuchen kann.

    Trotz allem finde ich viele Dinge, die Sie schreiben richtig: Lesen Sie sich doch einfach mal unter http://berufebilder.de/team/katharina-antonia-heder/ meine Sicht auf die Dinge durch – ich freue mich auf einen fruchtbaren Austausch mit Ihnen: Gerne auch zB als Gastbeitrag in meinem Blog.

  2. Liebe Frau Heder,

    herzlichen Dank für Ihren Kommentar und die Erläuterung Ihrer Gedanken!
    Im Prinzip stimme ich auch mit Ihnen überein – meine Hervorhebung des PZOK-Angebots beruht hauptsächlich auf persönlichen Erfahrungen und nicht auf einer Abwertung anderer Angebote.
    Für mich persönlich war der Schritt, mich noch von der PZOK prüfen zu lassen, wichtig. Gerade, weil die PZOK eine Normierung „versucht“. Dies hat auch mit meiner beruflichen Situation zu tun: Ich bin am Anfang meiner Social Media Karriere und wollte eine gute Ausgangsbasis für den Start haben.
    Dennoch stimme ich vollkommen mit Ihnen überein, dass eine erfolgreiche Social Media Karriere nicht zwingend von der Ausbildung abhängt. Auch dem Anspruch, alle Kanäle perfekt bespielen zu können, ist schwer gerecht zu werden, das stimmt. Daher ist eine Spezialisierung sinnvoll, aber abhängig sicherlich auch davon, wo man arbeitet und wen man berät.
    Schön, dass Sie sich schon früh über eine Spezialisierung klar waren! Das hilft sicher weiter im weiteren Arbeiten bzw. beim Einstieg in die Tätigkeit.
    Danke auch für Ihren Link – ich arbeite mich noch mal durch die anderen Kommentare dort durch 😉

    Herzliche Grüße!

    1. Liebe Fr. v. Thomsen,

      herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. Sicherlich haben Sie Recht, dass ich wusste aus welchem Grund ich im Bereich Social Media aktiv werden wollte: Für mich stand die Betätigung im Bereich Sport im Vordergrund – wenn gleich ich Ihnen sagen muss, dass es gerade diese spezielle Perspektive eines Sonderfalls ist, welche mir oft eine spannende Perspektive bei Kunden erlaubt und die notwendige Kreativität sicher stellt.

      Tatsächlich lese ich jedoch vermehrt Anfragen von Menschen, die auch mehr als eine allgemeine Ausbildung durchlaufen wollen – gerade auch, weil sie Angst haben danach mit einem Bauchladen durch die Lande zu ziehen. Aus meiner Sicht ist diese Angst auch durchaus begründet, denn die Anzahl der aus- und weitergebildeten Social Media Manager wächst täglich. Die Sicherung der Qualität auf hohem Niveau sollte demnach ein Anliegen von uns allen sein.

      Mein Beitrag dazu bestand darin, die Diskussion über eine mögliche Spezialisierung anzuregen. Ich persönlich finde, dass dort spannende Ideen und Ansätze zusammenkommen, die man in größerer Runde durchaus thematisieren sollte – leider ist die Diskussion darüber immer an Vorbehalten im Hinblick auf die mögliche Umsetzbarkeit gescheitert.

      Ich selbst empfinde es als enorme Herausforderung mithilfe einiger Monitoringtools meine eigenen (!) Kanäle zu verwalten und gleichzeitig vernünftig / strategisch zu nutzen. Dabei bin ich nicht einmal bei Facebook. Wenn ich meine Kunden ansehe, die häufig viel Geld für Facebook und die Präsenz dort investiert haben, ohne ein Grundverständnis für die Plattform zu haben, dann finde ich, dass wir alle von einem möglichen Umdenken profitieren:

      Leider gibt es nun einmal auch im Social Web einige schwarze Schafe und wir alle sollten uns im eigenen Interesse bemühen an Ideen und Diskussionen lebhaft teilzunehmen, um unsere Werte (transparente, authentische Arbeit, die für Unternehmen wertschöpfend ist) auch als Message zu transportieren.

      Allerbeste Grüße

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