„Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder. Eine Buchbesprechung

Trinkwalder, WunderUm das Buch von Sina Trinkwalder, „Wunder muss man selber machen“ bin ich eine Weile herumgeschlichen, bis ich es vor einigen Tagen doch angefangen habe zu lesen. Dann konnte ich aber auch nicht mehr aufhören!

Die Unternehmerin berichtet darin von der Idee und der Gründung ihres Unternehmens manomama. Ihr Credo: Es soll wieder möglich sein, in Deutschland Textilien herzustellen, und zwar mit fairen Mitteln, fairen Löhnen und fairen Rohstoffen.

Nachdem sie jahrelang in ihrer eigenen Werbeagentur tätig war, entschloss sich Sina zu einem großen Schritt. Dem Ausstieg aus der Werbung und dem Aufbauen eines ganz neuen Unternehmens. Hier sollten Menschen arbeiten können, die sonst keine Chance mehr hatten. Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger, Menschen, die in Weiterbildungsschleifen gefangen waren oder von ihrem Lebenslauf her einfach nirgendwo mehr eine Anstellung fanden. Und das ganze auch noch zu einem Lohn, von dem sie nicht nur gerade so überleben konnten, sondern der anständig war. 

Mut und Engagement – und eine Vision

Die gewählte Branche, nämlich die Textilherstellung, hat in Augsburg Tradition. Allerdings war davon auch nichts mehr übrig, als Sina anfing – außerdem hatte sie selber keine Ahnung davon. Mit sehr viel Mut und dem Willen, Neues zu erlernen und sich für ihre Sache einzusetzen, begann Sina das Handwerk in Eigenregie zu erlernen. Unterstützer begleiteten sie auf ihrem Weg, der oft schwer war. Alleine die Finanzierung geschah ohne Banken oder staatliche Unterstützung (und man spürt den Zorn darüber, der einem entgegenraucht, während des Lesens!). Oft sah es so aus, als gäbe es kein Morgen. Aber „Wunder muss man selber machen“, das ist Sinas Devise.

Mit diesem Ziel vor Augen schaffte sie nicht nur einen guten Start und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Durch die Kooperation mit dm wuppte manomama auch noch den ersten Großauftrag, die Produktion von Stofftaschen.

Ein Märchen mit Happy End

Gerade aus Gründersicht ein Traum, den jeder einmal erreichen will. Begeistert hat mich Sinas Entschlossenheit, Dinge auch dann anzupacken, wenn die Situation völlig ausweglos erscheint. Ob in Hinblick auf neue Arbeitnehmer (die Sina „meine Ladys“ nennt), neue Investitionen in Maschinen oder die plötzlich auftauchenden Probleme wie die Kommissionierung der fertigen Ware, die bis dahin völlig vergessen worden war. Auch ihr Wille, nicht aufzugeben und ein Ziel so lange zu verfolgen, bis es wirklich erreicht ist, gehört dazu.

Warum stelle ich das Buch auf schokofisch vor, wo es doch um Social Media geht?

Zunächst einmal ist Sina Trinkwalder sehr sehr twitteraffin und als @manomama unterwegs. Jeder Morgen beginnt mit einem Kaffee: im echten Leben, aber auch auf Twitter. In vielen Phasen ihrer Unternehmensgründung erhielt sie große Unterstützung in den und durch die sozialen Netzwerken, von fachlichen Fragen bis hin zum Crowdfunding.

Dazu kommt, dass Sina sehr authentisch auftritt. Wir kennen uns nicht. Aber das, was sie auf Twitter, aber auch in ihrem Buch, ihrem Blog oder auf Facebook ausstrahlt, zeigt ganz viel ihrer Persönlichkeit. Dies schaffen wenige Unternehmen. Aber genau das ist so wichtig in den sozialen Medien! Unternehmen haben hier die Chance, direkt zu kommunizieren und sich mit Kunden, Zulieferern und Branchenkollegen zu unterhalten und zu vernetzen. Auf diese Weise erhalten (und geben!) wir nicht nur Fachinformationen, sondern eben auch Unterstützung und Rat.

Was ich aus der Lektüre des Buches mitnehme, ist sehr viel Power und Ermutigung

Die Möglichkeit, Träume zu verwirklichen, wenn man nur wirklich daran glaubt. Zähne zusammenbeißen, viel Kaffee trinken und wenig Schlaf gehören dazu. Aber eben auch, die eigene Vision zu leben und für Gerechtigkeit einzustehen. Sina Trinkwalder zeigt und lebt dies eindrucksvoll vor. Daher möchte ich euch das Buch sehr ans Herz legen! Nach dem Lesen blickt man anders auf die Dinge!

Sina Trinkwalder: Wunder muss man selber machen. Droemer 2013.
ISBN 978-3-426-27615-0 (HC), ISBN 978-3-426-42082-9 (E-Book)

Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung darüber ist aber meine eigene und unabhängig davon zustande gekommen.

 

 

 

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Inga
Social Media Managerin, evangelische Theologin, Bloggerin. Ziemlich oft online. Fotografiert, zeichnet und denkt sich immer wieder etwas Neues aus.