Schlagwort: Job

Zwischen den Jahren

Schaalsee | schokofisch.de

Das letzte Jahr war ja aus „schokofisch-Sicht“ gesehen eher ruhig. Tatsache ist: Seit ich einen festen Job habe, liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit dort. Das bedeutet: Ich beschäftige mich viel mit Social Media – aber eben nicht unbedingt hier bei schokofisch. Aber ich will versuchen, euch einmal einen Einblick zu geben und das Jahr etwas Revue passieren zu lassen!

Die sozialen Netzwerke, die ich für die Kirche im NDR betreue, haben viele User und durch ihren thematischen Schwerpunkt „Kirche“ auch, nun ja, polarisierende Fangruppen. Daher bestand die Arbeit dort auch aus Community Management und Moderation, dem Ausinandersetzen mit dem Thema Hate Speech bzw. Counter Speech. Letzteres ist ja eh in aller Munde – so zu erleben beispielsweise auf der re:publica. Zahlreiche Sessions zu diesem Thema verdeutlichten, dass das Hinterfragen und Meinung äußern im Netz tatsächlich nicht nur schön (weil freie Meinung äußern) ist, sondern auch ein echtes Problem. Das bestätigte sich ebenso auf dem Barcamp Kirche online in Köln und auf dem Evangelischen Medienkongress in Hamburg. Weiterlesen

HSP und Scanner – (wie) funktioniert das?!

Buntes zum Auswählen

Vor zwei Wochen hatte ich ein kleines Buch fertig lektoriert, und diese Woche einen privaten Sketchnote-Auftrag vollendet. Und dann war da noch das Treffen wegen der Webseite einer Bekannten. Alles schokofisch-Arbeit, genau – allerdings neben meiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit als Social Media Managerin. Warum? Weil mein Scanner-Ich nach Futter schreit.

Dass ich selber hochsensibel bin, also eine HSP = hochsensible Person bin, weiß ich schon seit einigen Jahren. Mich strengen Lärm und Gerüche schnell an, zu viele Menschen überfordern mich. Dazu gehören auch zu viele Emotionen, zu viele Gesprächsinhalte, zu viele Details, die ich wahrnehme. Mein Gehirn steht diesen Eindrücken quasi filterlos gegenüber und braucht länger als manch andere, um alles in Ruhe zu verarbeiten.

Eigentlich stört mich das nicht, wenn ich meinen eigenen Rhythmus leben kann. Denn ich habe ja meistens die Möglichkeit, z.B. das Radio auszustellen oder große Menschenansammlungen zu meiden.

Manchmal klappt das allerdings nicht. Im Zusammenleben mit anderen mache ich (natürlich) Kompromisse. Und einigen Eindrücken bin ich einfach ausgesetzt, wie Straßenlärm oder Gesprächen von Menschen in meiner Umgebung. Da helfen dann nur Flucht (nicht immer möglich) oder Kopfhörer aufsetzen und eigenen Musik zum Ablenken (was manchmal ziemlich unhöflich wirkt – das mache ich natürlich nicht im Freundeskreis). Ein leichter Hauch von Sozialphobie weht also immer mit… Weiterlesen

Segeln im Sturm – und Land sehen

Segeln | schokofisch.de

Kennst du das Lied „Hey“ von Andreas Bourani?

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu geh’n
komm nicht auf Scherben zum steh’n.

Das hört sich erst mal nicht schön an, stimmt. Mir begegnete das Lied erstmals bewusst im Sommer 2015, in der Version von Yvonne Catterfeld gesungen. Als mein Kater ein paar Tage später überfahren wurde, traf mich der Text ins Herz. „Es geht weiter für dich“? Theoretisch wusste ich das zwar, aber in dem Moment nahm die Trauer Raum ein, sonst nichts. Weiterlesen

Freiberuflich arbeiten

Platz | schokofisch.de

 

Wer selbstständig und ist womöglich noch von zuhause aus arbeitet, wird ja oft (mehr oder weniger) heimlich von anderen beneidet. Völlige Freiheit und freie Zeiteinteilung? Klingt super!

Natürlich hat diese Arbeitsform auch Nachteile. Störungen durch klingelnde Nachbarn, Postboten (okay, wenn das Paket für mich ist, ist es wieder ein Vorteil) oder Anrufe von unseriösen Telefonmarketingleuten können einen ganz schön aus dem Konzept bringen. Auch die innere Stimme, die sagt: „Wasch doch die Wäsche nebenbei oder mach schnell die Spülmaschine an!“

Ganz ehrlich? Für mich überwiegen die Vorteile trotzdem:

Zeit

Als ich noch angestellt arbeitete, zeichnete sich ab, dass ich irgendwann nicht mehr Vollzeit – und das hieß damals: zu Ladenöffnungszeiten und inklusive Weihnachtsgeschäft – arbeiten wollte. Das brachte natürlich auch finanzielle Veränderungen mit sich, aber ich hatte danach das Gefühl, endlich wieder durchatmen zu können. Weiterlesen

Fix und fertig?!

Fix und fertig?! |schokofisch.de

Kennst du das auch? Du hörst ein Lied, liest einen Text, siehst ein Bild – und es ist passiert: du verlierst völlig die Fassung. Vor Freunde, vor Glück – oder auch vor Rührung oder Traurigkeit.

Mir ging es vor ein paar Tagen mit dem Lied „Fix you“ von Coldplay so. Das kannte ich schon länger, und ich besitze sogar die CD, auf dem es ist. Aber durch die Prinzenhochzeit in Schweden (ja, ja… 🙂 ) tauchte es wieder in meinem Bewusstsein auf, und ich hörte es noch einmal bewusst.

Die erste Strophe lautet:

„When you try your best but you don’t succeed / When you get what you want but not what you need / When you feel so tired but you can’t sleep / Stuck in reverse

And the tears come streaming down your face / When you lose something you can’t replace / When you love someone but it goes to waste / Could it be worse?“

Meine freie Übersetzung:

Du versuchst dein Bestes, hast aber keinen Erfolg. Du bekommst zwar, was du möchtest, aber nicht das, was du brauchst. Du bist totmüde, kannst aber nicht schlafen: Wie in einer Endlosschleife gefangen.

Aus irgendeinem tiefen inneren Gefühl her wallen meine Emotionen hier ziemlich schnell hoch. Wie verzweifelt sich das anhört. Und wie bekannt mir diese Emotion vorkommt – aus gar keinem konkreten Anlass, sondern nur als Gefühl. Wie wunderbar dieses Bild passt: sich wie in einer blöden Schleife gefangen zu fühlen, aus der man gerade nicht hinaus findet.

Die Tränen laufen über dein Gesicht – du verlierst etwas, das du nicht ersetzen kannst. Du liebst jemanden, aber es geht in die Brüche. Könnte es schlimmer sein?

Fix und fertig?! |schokofisch.deZiemliche Verzweiflung, oder? Wahrscheinlich haben wir alle schon mal die Situation erlebt, in der eine Liebe oder eine Beziehung in die Brüche ging. Oder wir etwas, das uns sehr wertvoll war, verloren haben.

Warum sprang mich aber gerade die erste Zeile so an? Vielleicht, weil sich dieses Gefühl auch im Job breit machen kann. Du machst und tust, aber hast keinen Erfolg. Der Auftrag wird nichts, der Kunde lehnt ab. Dein Chef reagiert anders als gedacht. Etwas geht total daneben.

Du bräuchtest Lob, Anerkennung, Anregung, Unterstützung – aber bekommst nur – tja, was? Weiterhin dein Gehalt (was schon nicht schlecht ist. Aber in der Situation bräuchtest du mehr). Schräge Blicke. Druck von oben. Dein Job macht dir plötzlich keine Freude mehr. Bringt keine Erfüllung mehr, und du spürst Leere.

„Und täglich grüßt das Murmeltier“

Fix und fertig?! |schokofisch.deSich völlig zerschlagen zu fühlen, dann ins Bett zu krabbeln – aber trotzdem hört das Kopfkino nicht auf. Ja, ja, wie viele schlaue Tipps es da gibt! Von der heißen Milch mit Honig bis hin zum spannenden Krimi, vom Nachtspaziergang bis zum Fernsehen gucken. Die Verzweiflung lässt aber auch davon oft nicht nach. Und am nächsten Morgen ist es wie im Film: Wieder springt der Radiowecker an. Zeitschleife?! Oft kommt es einem ja so vor.

„And I will try to fix you. (…) But if you never try you’ll never know / Just what you’re worth.“

So lauten einige Zeilen des weiteren Liedtextes. Auch wenn es hier im Lied wahrscheinlich eher um eine Liebesbeziehung geht, die besungen wird: Mut macht der Text auch für andere Situationen.

Da gibt es jemanden, der sagt: Wenn du es nicht versuchst, wirst du nie wissen, was du wert bist! Und plötzlich bin ich mitten im Text beim Thema Selbstwert angelangt.

Was heißt das für meinen Job?

  • Ja, du kannst springen, auch wenn es hoch aussieht.
  • Ja, du kommst da durch, auch wenn es noch nicht so wirkt.
  • Ja, du schaffst das, auch wenn das Ziel noch nicht in Sicht ist.

Fix und fertig?! |schokofisch.deGerade Freiberufler stehen oft vor solchen Problembergen, die hoch und unbezwingbar zu sein scheinen. Ackern viel, ohne das sich Erfolg einstellt – oder resignieren, weil sich nichts tut. Keiner sagt einem dann, wie oder wo es weitergeht, und vielleicht folgen dann auch finanzielle Probleme.

Sich dann mutig aus der akuten Situation heraus zu lösen, Abstand zu gewinnen und wie von oben auf die Lage zu blicken, ist wirklich nicht einfach – und kann auch ein längerer Prozess sein. Ich spreche da durchaus aus eigener Erfahrung…

Professionelle Hilfe, zum Beispiel von einem Coach, kann hier helfen. Oft sieht man plötzlich einen schmalen Weg, wo vorher nur finsteres Dickicht wucherte oder dreht sich quasi einmal um: Vielleicht wartet auf der anderen Seite des Berges ja ein bequemer und attraktiver Pfad in eine ganz andere Richtung.

„I will learn from my mistakes“

Fix und fertig?! |schokofisch.deEine neue Perspektive oder ein neuer Pfad können eine ganz neue Erfahrung sein. Wie aus selbst gemachten Fehlern lernen wir auch aus solchen neuen Erfahrungen. Oder aus Krisen. Auch wenn sie natürlich in dem Moment selber sch…. sind.

Unsere neuen Erfahrungen sind dann wie junge Pflanzen im Beet: Wir hegen und pflegen sie, schützen sie vor Austrocknung und gießen sie. Manchmal vergessen wir sie allerdings auch, weil sie ja noch jung sind. Dann hängen vielleicht ihre Köpfe oder eine Schnecke ist zu nah gekommen. Aber bei weiterhin guter Pflege wachsen und gedeihen sie. Werden größer, entwickeln neue Triebe und Blätter. Irgendwann stehen sie wie selbstverständlich im Beet und sind gar nicht mehr wegzudenken. Die neuen Erfahrungen haben sich in unserem Leben verankert.

„I will try to fix you“

Nur neue Erfahrungen helfen gegen Stillstand, Kopfkino und „stuck in reverse“! Ich wünsche dir dafür Fixierung und Verankerung: Tiefe Wurzeln im schweren Boden, die dich tragen und ernähren. Die dich bei Sturm festhalten und dir Halt geben. Und wenn’s dich umhaut, wünsche ich dir den Mut, neue Erfahrungen zu machen und kleine neue Pflanzen auszusäen.

Viel Erfolg!

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Abenteuer: Homeoffice oder Büro?

schokofisch.de

schokofisch.deEin spannendes Thema hat die Blogparade „Wie geht’s dir mit dem Alleinsein im Home-Office?„. Da mich das Thema Arbeitsplatz und -organisation sehr interessiert, gibt es heute ein paar Gedanken von mir dazu.

Homeoffice klang für mich früher immer nach Funktionsbüromöbeln, Nadelfilz und Tonergeruch. Eine neutrale Palme in der Ecke gehörte in meinem Kopf dazu, ebenso wie merkwürdig-spießige Flurdekoration.

Dieses Spukbild hatte keinerlei reale Hintergründe in meinem wahren Leben. Aber als ich selber dabei war, mich selbstständig zu machen und darüber nachdachte, wie mein zukünftiger Arbeitsplatz aussehen sollte, tauchten diese „Anti-Bilder“ auf.

Geht’s denn?

Kann und will ich im Homeoffice arbeiten? Das ist die entscheidende Frage am Anfang. Die Voraussetzungen für ein Homeoffice bei mir selber sind gut: Ein Zimmer samt Schreibtisch habe ich. Doch durch einen Zufall erhielt ich ein Angebot für einen Büroplatz in der Innenstadt. Ich griff zu und arbeitete fortan an zwei Orten, mal von zuhause aus und mal im Büro.

Für mich spielten folgende Kriterien eine Rolle, um einen Büroplatz zu nutzen und nicht nur das Homeoffice:

  • Standort Citynähe: Sinnvoll für Kundengespräche, Meetings oder andere Aktivitäten, da wir am Stadtrand wohnen.
  • Austausch: Je länger ich im Büro war, desto mehr lernte ich als Einzelunternehmerin den Wert der „Bürogesellschaft“ schätzen. Ob zum fachlichen Gespräch oder einer gemeinsamen Mittagspause, es ist meist jemand da!
  • Arbeitsatmosphäre: Bei Tätigkeiten, die Konzentration erfordern, arbeite ich im Büro wesentlich vertiefter. Zuhause macht man doch mal nebenbei die Waschmaschine an, der Postbote klingelt oder die Katze lässt sich auf der Tastatur nieder. Mit all diesen Dingen habe ich keine Probleme, aber im Büro lenke ich mich nicht so schnell ab.

schokofisch.deAbwechslung ist gefragt

Ich nutze inzwischen einen flexiblen halben Büroplatz. Das heißt, dass ich meine Arbeitstage abstimmen kann und je nach Bedarf im Büro bin, wenn es frei ist. (Da ich den Büroplatz mit meinem Mann teile, sind die Abstimmungswege auch kurz – optimal also!)

Die Tage dazwischen im Homeoffice mag ich als Ausgleich trotzdem sehr. Denn auch Handwerkertermine oder die Wäsche müssen gemacht werden, und an so einem Tag sitze ich nicht nur herum und warte, sondern arbeite trotzdem. Gerade im Sommer fand ich es sehr angenehm, nicht in die heiße Innenstadt fahren zu müssen, sondern flexibel im Garten zu arbeiten. Vorteile einer freiberuflichen Arbeit eben!

schokofisch.deDas Arbeiten an verschiedenen Orten beflügelt außerdem die Kreativität. Im Büro denke ich anders als zuhause, lasse mich auf andere Weise inspirieren. Schaue auf einen anderen Monitor, der Blick nach draußen, die Kollegen, die Geräusche – all das trägt ja dazu bei, wie wir arbeiten. Viele Freiberufler schätzen außerdem die Arbeit in einem Café, Park oder auf Reisen. Für mich wäre das nicht unbedingt etwas, höchstens zum Notizen machen und Schreiben.

Als eher introvertierter Mensch bin ich außerdem phasenweise gerne allein. Mein Kopf und Denken klärt sich, ich verarbeite Erlebtes und reflektiere über alles mögliche – Berufliches ebenso wie Privates. Tage im Homeoffice sind daher auch Tage, um der Hektik der City einmal wieder zu entfliehen und den Blick schweifen zu lassen – um am nächsten Tag aber auch wieder voller Freude in die Stadt zu fahren. Die Mischung macht’s also, und bei mir stimmt sie.

Ideallösung?

Nein, es gibt sie nicht pauschal – jeder muss wohl selbst entscheiden, ob Coworkingspace, fester eigener Büroplatz oder eben doch der Arbeitsplatz zuhause das Richtige ist. Aber: Falls Sie momentan mit Ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind, sollten Ihre Wahl durchaus hinterfragen. Für Selbstständige besteht ja meist eine Alternative. Testen Sie’s!

Für mich erweist sich jedenfalls die Mischung Homeoffice und Büroplatz als ideal!

Ich bin gespannt – was sind Ihre Erfahrungen? Wie und wo arbeiten Sie am liebsten?

 

 

 

 

 

Selbstständig und eigensinnig

schokofisch.de

Rückblicke und Artikel zu den wichtigsten Einsichten des letzten Jahres kann man gerade viele lesen. Doch welche Bedeutung haben sie für mich persönlich? Meine eigene, eigensinnige Betrachtung dazu:

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Wasserstandsmeldung

Zum Jahreswechsel las ich auf vielen (auch Corporate-)Blogs Rückblicke auf das vergangene Jahr: Was ist geschehen, welche Konferenzen wurden besucht, welche wichtigen Aufträge gab es? Sinnvoll oder nicht – Klappern gehört schließlich zum Geschäft! Auch ich freue mich, wenn mein Wunschkunde mir einen Auftrag erteilt oder ein besonderes Projekt fertig wurde.

Ein weiterer Trend scheint dieser Tage zu sein, Listen von „Erkenntnissen“ zu schreiben: „Meine fünf wichtigsten Einsichten des letzten (oder der letzten) Jahre als Selbstständige/r“ oder so ähnlich heißen solche Artikel dann. Ich gebe zu: Eigentlich lese ich solche Blogartikel ganz gerne. Vor ein paar Tagen schrieb z.B. Maren Martschenko von zehnbar sehr weise Worte dererlei Art. Weiterlesen