Zwischen den Jahren

Schaalsee | schokofisch.de

Das letzte Jahr war ja aus „schokofisch-Sicht“ gesehen eher ruhig. Tatsache ist: Seit ich einen festen Job habe, liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit dort. Das bedeutet: Ich beschäftige mich viel mit Social Media – aber eben nicht unbedingt hier bei schokofisch. Aber ich will versuchen, euch einmal einen Einblick zu geben und das Jahr etwas Revue passieren zu lassen!

Die sozialen Netzwerke, die ich für die Kirche im NDR betreue, haben viele User und durch ihren thematischen Schwerpunkt „Kirche“ auch, nun ja, polarisierende Fangruppen. Daher bestand die Arbeit dort auch aus Community Management und Moderation, dem Ausinandersetzen mit dem Thema Hate Speech bzw. Counter Speech. Letzteres ist ja eh in aller Munde – so zu erleben beispielsweise auf der re:publica. Zahlreiche Sessions zu diesem Thema verdeutlichten, dass das Hinterfragen und Meinung äußern im Netz tatsächlich nicht nur schön (weil freie Meinung äußern) ist, sondern auch ein echtes Problem. Das bestätigte sich ebenso auf dem Barcamp Kirche online in Köln und auf dem Evangelischen Medienkongress in Hamburg.

Für mich ergeben sich Fragen für die Arbeit und das Leben in und mit den sozialen Netzwerken:

  • Wie ist freie Meinungsäußerung im Netz möglich?
  • Wie ist eine sachliche Diskussion im Netz möglich – oder geht das gar nicht (mehr)?
  • Wie geht Kirche mit Kritik im Netz um?
  • Wie leistet sie einen Beitrag zur Gesellschaft, wie kann sie authentisch im Netz sprechen und verkündigen?

Medienkongress | schokofisch.deInteressant fand ich es, im Laufe des Jahres zu sehen, was sich für mich selber verändert hat. Als Freiberuflerin bzw. Dienstleisterin mit schokofisch stieß ich vorher natürlich auch auf andere Meinungen. Doch es ist etwas ganz anderes, wenn man plötzlich *als Kirche* spricht bzw. schreibt.

Damit meine ich nicht nur bestimmte kirchliche Rahmenbedingungen, wie sie in Vorschriften, Gesetzen, Verlautbarungen oder Beschlüssen festgeschrieben sind, obwohl diese natürlich wichtig sind. Sondern vor allem die gesellschaftliche und/oder moralische Rolle:

  • Klare Positionierung der Kirchen zu einem Thema, z.B.  gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder Zuwanderung (haben die Kirchen eine klare Meinung? Wägen sie nur ab?)
  • Vorurteile gegen Kirchen finden sich zuhauf, z.B. gegen die Kirchensteuer und die damit immer wieder in Verbindung gebrachte „Vermischung“ von Staat und Kirche
  • Theologische Themen wie die Theodizee-Frage: „Warum lässt Gott das zu?“, gerne in Verbindung mit „…wenn es ihn denn gibt!?“
  • Gleichzeitig werden auch wir als Radio-/Fernsehkirche mit einem Maß gemessen, das ähnlich anspruchsvoll ist wie das für (andere) Medien: Sind die Aussagen stimmig, die Beispiele gut recherchiert? Hier balancieren wir auf einem Grat zwischen kirchlicher Verkündigung und journalistischem Anspruch.

Inga | schokofisch.deDas Besondere an meiner Arbeit ist dazu, dass ich nicht für „eine Kirche“ arbeite, sondern die Kirche im NDR ein Zusammenschluss unterschiedlicher evangelischer Landeskirchen, katholischer Bistümer sowie Freikirchen ist. Ggf. spiegeln wir also in unserer Arbeit ganz unterschiedliche Positionen wider.

Abschließend kann ich sagen, dass diese Arbeit – nicht trotz, sondern wegen! – dieser Vielfältigkeit wirklich großen Spaß macht. Für die Koordination in den sozialen Netzwerken bin ich mit meinen Kolleg*innen aus den Redaktionen in engem Austausch, und die Themen sind extrem bunt.

Nebenbaustellen

Ein paar andere Arbeiten, nämlich tatsächliche schokofisch-Projekte, liefen während des letzten Jahres: Die Betreuung der Webseite einer Kirchengemeinde, das Lektorat eines (okay: theologischen) Buches, ein Reise-Artikel über den Schaalsee für GEO Saison sowie ein paar kleinere Aufgaben.

Mein letztes Jahr begonnenes Konzept, Workshops anzubieten, ist leider bisher auf der Strecke geblieben. Immerhin besuchte ich aber selber einen Zeichenworkshop und habe viel fotografiert.

schokogiraffe.deUnd ich habe ein Herzensprojekt umgesetzt: Die schokogiraffe! Mein Blog zum Thema Hochsensibilität ging im Sommer an den Start – etwas, das mir wirklich am Herzen liegt und mich viel beschäftigt.

Im Rückblick war es beruflich also ein gutes Jahr 2016! Ich hoffe, auch für euch.

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch und alles Gute für das kommende Jahr!

 

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